Geschichte der Pünte

Wenn es Flut ist, das Wasser in der Jümme hineindrückt, hängen die Fährmänner das schwere stählerne Fahrseil auf zwei Rollen auf der Fähre – an jener Seite, von wo die Flut kommt. Wenn es Ebbe ist, das Wasser aus der Jümme zur See gezogen wird, bringen Sie das Seil auf die Rollen auf der anderen Seite der Fähre. Immer dahin, woher das Wasser kommt. Ebbe und Flut wechseln wie an der Nordsee grob alle 6 Stunden. Die Schiffer früher, als es noch keinen Motor gab, nutzten diese Tiden. Das starke stählerne Fährseil ist von Ufer zu Ufer gezogen, so lose, dass es auf den Flussboden sinken kann, wenn die Fähre nicht in Betrieb ist. Hängt die Fähre bei der Überfahrt daran, ziehen die Fährleute an diesem Seil die Fähre mit ihrer Fracht über den Strom. Die Fracht? Früher waren es Pferdefuhrwerke, Kühe, Menschen mit Fahrrädern oder Handkarren. Heute sind es Autos, Trecker, Motor- und Fahrräder und natürlich wieder Menschen. Der Historiker Dr. Harm Wiemann hat in seinen Werken nachgewiesen, dass im Jahr 1562 ein Fährhaus bei Wiltshausen stand. Ein Fährhaus, eine Fähre, Teil des Lüdeweg, einer Verbindung zwischen dem Bischhofssitz Münster und der damals bedeutenden Hafenstadt Emden. Das sind 452 Jahre „Pünte“ in Wiltshausen. Deshalb versteht sich „Pünten- Verein“ mit seinen Mitgliedern als Bewahrer der Geschichte für kommende Generationen. Älteste handgezogene Wagenfähre Europas? Mit aller Zurückhaltung sagt der Verein: soweit wir wissen, ist die „Pünte“ in Wiltshausen die letzte handgezogene Wagenfähre Europas. Nun steht auf einem Schild am Connecticut-River bei Hartford das Jahr 1655, so ist diese dortige Fähre ist die Älteste in den Vereinigten Staaten. Aber wird von einem kleinen Motorschlepper bewegt. Fast 100 Jahre jünger als unsere „Pünte“. Handgezogen hier – Motorschlepper da, das ist eindeutig. Soweit wir wissen ist die „Pünte - Wiltshausen die älteste handgetriebene Wagenfähre Europas und den U.S.A.“.